Teamwork und Teambuilding

Teambuilding und Teamwork – Teamentwicklungsuhr nach Bruce Tuckman

Unter Teambuilding versteht man das Formen einer gleichberechtigten Gruppe, die an der Erreichung eines gemeinsamen Zieles arbeitet. Wenn eine neue Gruppe zusammen kommt, sei es aufgrund eines Projektes, Workshops oder Seminars, lassen sich in der Mehrheit der Fälle häufig die gleichen Verhaltensweisen der einzelnen Mitglieder feststellen. Der Teambildungsprozess ermöglicht, wenn seine Regeln eingehalten werden, die Entwicklung einer Gruppe zu einem Team zu fördern. Teamwork soll das Ergebnis des Teambuilding sein, die Gruppe soll als eine Einheit in Teamarbeit an der Erreichung der Projektziele arbeiten.

Definition Team und Gruppe

Während man in der Praxis die Begriffe Gruppe und Team häufig als Synonym verwendet, sollte man an dieser Stelle ganz klar differenzieren. Die Unterschiede der beiden Begrifflichkeiten liegen vor allem in der gemeinsamen Zielstellung, der Verantwortung, Kommunikation und Aufgabenteilung. Während ein Team aus Fachleuten besteht, die gemeinsam an der Erreichung eines Ziels arbeiten, sind die Mitglieder reiner Gruppen auf ihren eigenen und individuellen Erfolg konzentriert. Dies lässt sich anhand eines simplen Beispiels zeigen: Ein Unternehmen möchte ein neues Produkt auf den Markt bringen. Ein Team mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Abteilungen wird beauftragt, diesem Ziel entgegen zu arbeiten. Man kann also tatsächlich von einem Team sprechen, welches eine gemeinsame Zielstellung verfolgt, da die Erreichung des Ziels von jeder einzelnen Person im Teamwork abhängig ist. Ein Beispiel für eine Gruppe ist eine Seminargruppe. Zwar verfolgen alle Gruppenmitglieder das gleiche Ziel, jedoch ist jeder einzelne nur für sich und seine persönlichen Leistungen verantwortlich.

Teambuilding – Das Projektteam

Darüber hinaus spielen neben Teamwork auch weitere Faktoren beim Teambuilding eine wesentliche Rolle. Ein Projektteam sollte optimaler Weise aus zwei bis zwölf Personen bestehen, um eine Transparenz und Übersichtlichkeit in der Gruppe gewährleisten zu können. Weiterhin ist die Dauer der gemeinsamen Arbeit nicht unerheblich, da es einige Zeit braucht bis die einzelnen Teammitglieder Engagement aufgebaut haben und sich mit der Arbeit identifizieren. Neben den bisher genannten Voraussetzungen, muss die Möglichkeit einer ständigen Kommunikation gegeben sein: Die Mitglieder müssen sich kennen und sich aufeinander verlassen können. Die Entwicklung einer Gruppe hin zu einem Team ist ein langandauernder Vorgang, der innerhalb des Teambildungsprozesses verschiedene abgrenzbare Phasen durchläuft. Dabei ist der Prozess stark abhängig von der Teamzusammensetzung. So gibt es Gruppen, die nicht sofort höchste Effektivität erreichen, weil sie einen längeren Zeitraum benötigen, damit sich die einzelnen Mitglieder besser kennenlernen und einander vertrauen. Außerdem kann jede Veränderung auch gut eingespielte Teams wieder in frühere Phasen zurückwerfen. Bereits vor der Betrachtung des eigentlichen Ablaufs lässt sich somit feststellen, dass das Teambuilding Vorschläge zur besseren Entwicklung von Gruppen zu Teams geben kann aber dennoch viel Platz für individuelle Planung lassen muss.

Teambuilding nach Bruce Tuckman – Teamentwicklungsuhr

Teambuilding und Teamwork - Teamentwicklungsuhr nach Bruce TuckmanWarming oder Forming

Der Kreislauf des Teambildungsprozesses beginnt mit der Orientierungsphase (Warming oder Forming). Die Team­-Mitglieder treffen zum ersten Mal in dieser Konstellation aufeinander und treten höflich, angepasst und vorsichtig gegenüber einander auf. Alte Gewohnheiten müssen in dieser ersten Phase überprüft und neue Regeln für das Teamwork aufgestellt werden. Dabei entstehen meist erste Bindungen unter den einzelnen Mitgliedern, auch wenn die Umgebung noch neu und wenig vertraut wirkt. An erster Stelle steht in dieser Periode noch nicht der Erfolg sondern das gegenseitige Kennenlernen, Warming. Dabei wird viel diskutiert und anfangs noch wenig gearbeitet. Dennoch ist die Orientierungsphase wichtig für alle Teammitglieder, um klare Zielstellungen zu verfassen und das Teamwork so effizient wie möglich gestalten zu können. Teilweise ist es zudem möglich, dass sich bereits in der Anfangsphase eine scheinbare, durch Euphorie geweckte, Effektivität durchsetzt. Niemand will sich unbeliebt machen und arbeitet gerade am Anfang umso effizienter. Diese Motivation ist jedoch meist nicht sehr langwierig und wird häufig unterbrochen.

Storming

Die zweite Phase des Teambildungsprozesses ist die des Positionskampfes (Storming). In diesem zweiten Schritt geht es oft um die Verteilung der Projektrollen innerhalb des Teams, daher gilt er als der schwierigste für das Team überhaupt. Nicht umsonst nennt man es auch die Konfliktphase, Storming. Es geht vor allem um die eigene Position im Projektteam, um Anerkennung und Autorität. Jeder einzelne wird sich fragen: Bin ich mit der mir zugewiesenen Position und den gestellten Aufgaben zufrieden? Warum wurde ich nicht zum Teamleiter ernannt? Eine ganze Reihe von Fragestellungen stellt in dieser Phase das Team auf den Prüfstand. So können Ungeduld und Uneinigkeit schon mal zum Absprung von Teammitgliedern führen.

Norming

Ist die stürmische Phase einmal überstanden, greift die dritte Periode des Teambuilding. Sie verkörpert Vertrautheit und Intimität (Norming) und gilt als Organisationsphase. Im Team kommt es zu einer deutlichen Beruhigung, da alle Mitglieder sich gegenseitig kennengelernt haben und die Rolle des jeweils anderen zunehmend akzeptieren, Norming. Zudem ist das Team nun in der Lage Konflikte konstruktiv auszutragen und auftretende Probleme gemeinsam anzugehen. Es entsteht ein erstes Wir-Gefühl unter den Teammitgliedern. Die Produktivität und Effizienz steigt erstmalig im Teamwork, da man sich nicht mehr auf persönliche Probleme konzentriert, sondern gemeinsam an der Erreichung des Ziels arbeitet.

Performing

In der vierten Phase, Performing, hat nun endgültig jedes Teammitglied seine Position in der Gruppe gefunden. Rollen und Normen werden akzeptiert und alle Mitglieder richten ihre Energie gemeinsam auf die Ziele des Teams aus. Man spricht in diesem Fall von der Hochleistungsphase (Performing). Es ist die effizienteste und leistungsfähigste Phase des Teamwork am Ende des Teambildungsprozess. Die einzelnen Mitglieder des Teams stehen sich solidarisch gegenüber und die eigentliche Projektarbeit steht im Vordergrund.

Teamwork Vorteile

  • kürzere Projektlaufzeiten durch schnellere Leistungserstellung
  • direkte Kommunikation im Teamwork
  • stärkere Motivation durch Wir-Gefühl
  • höhere Qualität des Projektes durch mehr Ideen und Meinungen
  • bessere Entscheidungsbasis durch größeres Wissen
  • Kombination unterschiedlicher Fähigkeiten der Projektmitarbeiter

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