Situationsanalyse

Infografik W4.1 Scoring-Verfahren2

Die Situationsanalyse, oder auch Projektwürdigkeitsanalyse genannt, ist eine Methode zur Problembewertung und Beurteilung der Projektwürdigkeit und dient als Grundlage für die Entscheidung einer Projektierung. Projektwürdigkeit bedeutet ob das vorhandene Problem die Schaffung eines Projektes rechtfertigt.

Situationsanalyse Ablauf

Um beurteilen zu können ob ein Sachverhalt projektiert werden kann muss zuerst das Problem ermittelt werden, also eine Situationsanalyse durchgeführt werden. Dies kann zum Beispiel durch Benchmarking, also dem Vergleich mit dem stärksten Konkurrenten, oder einer Schwachstellenanalyse geschehen. Nach der Ermittlung des Problems muss man durch eine Analyse die Ursachen und Wirkungen der Situation veranschaulichen und das Problem definieren. Um neben der Projektierung dieses Sachverhaltes auch andere Vorgehensweisen mit in die Analyse einzubeziehen sollte man Alternativen ermitteln und prüfen. Im Rahmen einer Machbarkeitsanalyse (z.B. Machbarkeitsanalyse, Nutzen- und Risikoanalyse) kann dann herausgefunden werden, ob die Idee erfolgreich als Projekt durchgeführt werden kann. Im letzten Schritt steht dann die Entscheidung über die Projektierung, die durch eine zahlenmäßige Bewertung einiger Projektkriterien erfolgt.

Situationsanalyse – Messbarkeit der Projektwürdigkeit

Die Bewertung der Projektidee kann unterschiedlich erfolgen. Beliebte Methoden bei der Bewertung der Projektwürdigkeit sind das Scoring-Verfahren und das Spider-Diagramm. Beiden Methoden liegen die Projektkriterien zu Grunde, die es später zu bewerten gilt. Die Anzahl und Wahl der Bewertungskriterien können freigewählt werden und hängen vom jeweiligen Projekt ab, es ist jedoch empfehlenswert mindestens sechs unterschiedliche Merkmale zu wählen um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Kriterien für die Projektierung können zum Beispiel sein:

  • ein eindeutiges, klar definiertes Ziel
  • eine zeitliche Befristung (Anfangs- und Endtermin)
  • Einmaligkeit
  • komplexe, neuartige Aufgabenstellung
  • Risiko des Scheiterns
  • begrenzte Ressourcen (finanziell, personell, etc.)
  • Bearbeitung im Team

Scoring Verfahren bei der Situationsanalyse

Das Scoring-Verfahren listet alle für das Projekt ausgewählten Kriterien untereinander auf. In einer Tabelle werden dann noch die Spalten „Gewichtung“, „Bewertung“ und „Wert“ hinzugefügt um die Grundlage für das Verfahren zu vervollständigen. Jedes Kriterium wird nun gewichtet und bewertet.  In der Spalte „Gewichtung“ wird die Auswirkung des Kriteriums auf die Durchführung des Projekt in Prozent eingeschätzt und in die jeweilige Zeile eingetragen. Bei dieser Einschätzung ist es wichtig zu beachten, dass die Gewichtung aller Kriterien in der Summe 100% ergeben muss. Anschließend wird jedes Kriterium bewertet mit einer Zahl von 1 bis 10, dabei steht die 1 für „geringfügig zutreffend“ und die 10 für „in vollem Umfang zutreffend“. Multipliziert man nun in jeder Zeile die Werte aus der Spalten „Gewichtung“ und „Bewertung“, erhält man den Wert für die letzte Spalte. Die Summe der Zahlen in der Spalte „Wert“ ist das Ergebnis der Tabelle und wichtig für die Entscheidung zur Projektierung.

Projektwürdigkeitsanalyse - Beispiel Scoring-Verfahren

Spider Diagramm bei der Situationsanalyse

Das Spider-Diagramm ist auf Grund seiner Übersichtlichkeit sehr beliebt. Auf den ersten Blick kann der Betrachter erkennen welche Inhalte bei der Situationsanalyse wichtig sind und was die Kernaussage des Spider-Diagramms ist. Für das Spider-Diagramm muss man ähnlich wie beim Scoring-Verfahren Bewertungkriterien festlegen und danach bewerten. Bei dieser Darstellung ist es empfehlenswert zwischen 5 und 7 Kriterien zu wählen um das Spider-Diagramm so aussagekräftig wie möglich zu gestalten. Diese Kriterien werden in Form eines Spinnennetzes angeordnet und mit Werten von 1 bis 10 bewertet, die 1 für „geringfügig zutreffend“ und die 10 für „in vollem Umfang zutreffend“.

Projektwürdigkeitsanalyse - Beispiel Spider-Diagramm

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