Auswertung der Umfrage: Risikomanagement ja oder nein?

Risikomanagement Umfrage

Wir haben euch gebeten an unserer Umfrage zum Thema Risikomanagement teilzunehmen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Umfrage-Teilnehmern bedanken.

An der Umfrage haben sowohl Projektauftraggeber und Projektleiter, als auch Projektmanagement unerfahrene Besucher teilgenommen. Die Umfrage sollte darstellen, welchen Stellenwert das Risikomanagement heutzutage in der Projektmanagement Praxis hat. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich und bieten großen Interpretationsspielraum.

Der Großteil der Teilnehmer ist als Projektleiter tätig, oder hat bereits Erfahrungen in leitenden Funktionen in Projekten sammeln können. Die Befragten arbeiteten laut eigenen Angaben überwiegend in kleinen bis mittelgroßen Projekten.

Wir fragten unsere Umfrage-Teilnehmer nach ihrer Meinung zum Stellenwert des Risikomanagement aus Sicht des Projektauftraggebers. Die Bandbreite der Antworten ist sehr groß, sodass von „eher unwichtig“ bis „unumgänglich“, alle Meinungen vertreten waren. Die Frage ist dementsprechend nicht so einfach und schnell zu beantworten, wie oft gedacht. Ein Großteil der Projektmanager sieht das Risikomanagement als eine zentrale Aufgabe der Projektleitung, jedoch nicht als Pflicht des Projektauftraggebers. Bei der Wichtigkeit des Risikomanagement für die Projektleiter sind sich die Befragten einig. Über 60 % der Teilnehmer schätzen das Risikomanagement für die Projektleitung als „sehr wichtig“ ein.

Trotz der großen Zustimmung in Bezug auf Wichtigkeit des Risikomanagement empfindet ein Drittel der Befragten eine Risikoanalyse als überflüssig. Dieser Wert mag der Tatsache geschuldet sein, dass einige der Umfrage-Teilnehmer eher in kleinen Projekten tätig sind. Fraglich ist jedoch, ob Risiken in kleinen Projekten auch zwangsläufig geringere Folgen haben als in Großprojekten.

20 % der Befragten antworteten auf die Frage „Führst du im Rahmen der Projektplanung immer eine Risikoanalyse durch?“ mit Nein. Es besteht also ein Unterschied in der Wahrnehmung der Wichtigkeit der Projektplanung zwischen kleinen und großen Projekten. Kleine Projekte werden als weniger risikoreich wahrgenommen, oder mit geringeren Folgen der Risiken verbunden.

Analyse der Risiken und Planung von Gegenmaßnahmen?

Rund 65 % der Teilnehmer erstellten sogar einen Plan zur Behandlung der Projektrisiken, um diese besser überwachen zu können. Der Großteil der Befragten, die Risikoanalysen durchführen, geht auch den nächsten Schritt der Planung von präventiven und korrektiven Maßnahmen. Der Sicherheitsaspekt im Projektmanagement scheint bei der Mehrheit der Projektleiter also weiterhin gegeben zu sein.

Alle Befragten, die eine Analyse erstellen und Gegenmaßnahmen planen, halten es für genauso wichtig den Projektauftraggeber mit in den Prozess des Risikomanagement mit einzubeziehen. Es wird großer Wert auf die Bindung zum Projektauftraggeber gelegt, um beim Eintritt eines Risikos nicht in Erklärungsnot zu geraten.

Ein treffender Kommentar eines Teilnehmers gibt Aufschluss, über die möglichen Gründe der unterschiedlichen Auffassungen in Bezug auf das Risikomanagement in Projekten. „Letzten Endes liegt die Verantwortung im PSA (Projektsteuerungsausschuss) und wenn da kompetente Leute drin sind), verlangen sie ein entsprechendes Risikomanagement. Wenn das nicht gegeben ist, ist der Projektleiter umso besser beraten, sich durch ein sauberes Risikomanagement zu schützen.“ So formulierte es ein Teilnehmer der Umfrage und trifft wahrscheinlich den Kern der Sache. In kleinen Projekten gibt es meistens keinen Projektsteuerungsausschuss, was dazu führen kann, dass kein zentrales Organ die Durchführung eines Risikomanagement fordert. Geht dann in einem Projekt nichts schief, festigt sich die Wahrnehmung, dass ein angemessenes Risikomanagement nicht in jedem Fall notwendig ist.

Fazit:
Wie wichtig Risikomanagement wirklich ist, wird jeder Projektleiter wohl spätestens dann bemerken, wenn in einem Projekt ein Risiko zur Realität wird und ein gut ausgearbeiteter Maßnahmenkatalog notwendig wäre. Durch die falsch verstandene Aussage der Bewegung des agilen Projektmanagement, in der versucht wird die starren Strukturen des klassischen Projektmanagement aufzuweichen, kann eine gewisse Unerfahrenheit zum fahrlässigen Umgang mit Risiken führen. Wir ziehen aus den Ergebnissen die Erkenntnis, dass auch bei kleinen Projekten eine, im Umfang angemessene, Risikoanalyse mit passendem Maßnahmenkatalog angefertigt werden sollte. Sicher ist sicher und wie sagt man so schön: „Haben ist besser als brauchen“ … In diesem Sinne viel Spaß beim Analysieren und Planen, wir freuen uns auf eure Meinung.

Wenn Ihr mehr über die Themen Risikomanagement erfahren wollt empfehlen wir euch das Interview mit Benjamin Fuchs, Gastbeitrag von Steffen Liebener und die Wikiartikel zum Thema Projektplanung. Euer Projektmanagement Blog steht euch natürlich auch für Fragen zur Umfrage und zu allen Themen gern zur Verfügung. Vom Projektstrukturplan, über den Balkenplan bis hin zum Meilensteinplan, wir interessieren uns für eure Meinung zur Projektplanung, also schreibt uns!

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